ABB setzt sich große Ziele für die nächste Energiewelle
September 7th, 2007

Klimawandel, Energieeffizienz und Infrastruktur – das sind die Zukunftsthemen und Treiber für die Börse. In allen drei Bereichen hat sich der schwedisch-schweizerische elektrotechnik- und Maschinenbaukonzern ABB stark aufgestellt. Und erwartet viele Aufträge: Allein hierzulande müssten bis 2020 etwa 110 Milliarden Dollar in die Modernisierung der Stromversorgung gesteckt werden. In China stehen sogar Projekte in Höhe von 335 Milliarden Dollar an. Doch da die Aktie in diesem Jahr schon ausgezeichnet gelaufen ist und derzeit in der Nähe ihrer Jahreshochs notiert, ist vielleicht momentan eher ein wenig Zurückhaltung angesagt. Das dachten sich jedenfalls einige Börsianer und nahmen nach den Halbjahreszahlen von ABB Gewinne mit. Dennoch hat das vielfach empfohlene Unternehmen gute Perspektiven.
Vor fünf Jahren noch war ABB akut in Konkursgefahr. Nun will der Vorstand vor Steuern und Zinsen (Ebit) in den nächsten vier Jahren 11 bis 16 Prozent verdienen. Den unteren Rand dieses Bandes will der Konzern auch in schwierigen Jahren erreichen. Je Aktie soll der Gewinn pro Jahr um satte 15 bis 20 Prozent steigen. Bis 2011 will ABB nach Steuern sogar auf das eingesetzte Kapital eine Rendite von 30 Prozent erreichen. Das wäre sehr gut und überträfe die aktuellen Werte deutlich. Derzeit liegt die Ebit-Marge bei zehn Prozent, das Kapital verzinst sich mit 20 Prozent. 2006 kam ABB bereits auf eine Ebit-Marge von 13,2 Prozent und lag damit über der eigentlich erst für 2009 ins Auge gefassten Marke von gut 10 Prozent. ABB hatte sich 2005 zudem ein jährliches Umsatzwachstum von über 5% vorgenommen, diesen Wert aber ebenfalls übertroffen.
Positiv ist zudem: ABB schwimmt im Geld. 4,5 Milliarden Dollar in Bar stehen derzeit zur Verfügung. Der Reingewinn könnte in diesem Jahr 2,4 Milliarden Dollar erreichen. Wenn also nicht bald ein größerer Kauf über die Bühne geht, wäre in den nächsten zwei Jahren ein Aktienrückkauf oder eine Sonderdividende möglich, deutete das Management an. Angesichts der üppigen Nettofinanzposition von 1,5 Millarden Dollar Ende 2006 hat sich ABB bereits über 100 große Akquisitionsziele angeschaut, doch wegen der als zu hoch empfundenen Preise sei es bislang nicht zu einem Zukauf gekommen. Finanzchef Michel Demaré sagte, Übernahmen in einer Größerordnung von bis zu 15 Milliarden Dollar seien denkbar. Nach Ansicht von Analysten könnte sich ABB sogar auch an große Konkurrenten wie die amerikanische Rockwell oder die französische Legrand wagen.
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