„Alpha" als Marketing-Trick?
November 14th, 2006

Die Finanzbranche allgemein und die Fondsbranche im Speziellen, sind auch wie die meisten Produkte, die es zu verkaufen gilt, äußerst marketing-getrieben. Machen Sie sich da bloß keine Illusionen.
Es werden emotionale Welten kommuniziert, pseudo-rationale Begriffe, es gibt Mode-Worte und alles was zu einer richtigen Werbeaktivität gehört. Ein Werbe-Wort zum Beispiel ist das "Alpha".
Mit Alpha bezeichnet man – normalerweise – die Performance eines Fonds über einer definierten benchmark (üblicherweise ein Index) unter Berücksichtigung des Risikos.
Im Handelsblatt von heute ("Alpha" als Verkaufsmasche) wird aber etwas genauer auf die Performance der sich mehrenden Alpha-Fonds hingeschaut. Oder besser gesagt auf das erzielte Alpha. Denn die Fonds weisen diesen Parameter, obwohl so prominent in ihrem Namen geschrieben, selten sauber aus. Sie schmücken sich etwa mit Outperformance, vergessen aber die Berücksichtigung des Risikos.
Die vom Handelsblatt befragten Experten fällen einen wohl sehr kritischen Urteil: "Die Fonds-Ratinggesellschaften beobachten, dass maximal 20 Prozent der Fondsverwalter den Markt schlagen". Und die Gebühren eingerechnet, sieht es noch düsterer aus. Zumal die Gewinner alljährlich wechseln, so dass kaum ein Fonds es schafft, regelmäßig den Markt zu schlagen.
Und zu letzt: die besten Fonds haben, wie es sich herausstellt, ja gar keinen "Alpha" im Titel.
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